Aus der Vereinsgeschichte
Die Schützengesellschaft „Tell" Edingen wurde im Jahre 1902 von Bäckermeister Ludwig Reinle, Schreinermeister Franz Quintel, Gärtnermeister Robert Stark, Blockwärter Franz Spieler, Landwirt Hermann Koch III, Lokführer Otto Fink, Lokführer Johann Winkler, Lokführer Fritz Dillmann und Lokführer Rudolf Engel im Gasthaus „Zum Lamm" gegründet. Erster Vorstand des neugegründeten Vereins wurde Franz Spieler.
Anfangs war es für den jungen Verein sehr schwer sich durchzusetzen. Erstens fehlte es an finanziellen Mitteln und zweitens stieß man auf eine gewisse Skepsis der Bevölkerung. Doch schon nach relativ kurzer Zeit konnte der Verein die ersten Erfolge verbuchen.
Die Mitgliederzahl wuchs und finanziell konnte man sich durch Konzerte, bunte Abende und Theateraufführungen weiterhelfen.
Am 22. Juli 1906 entstand der Badische Zimmerstutzenverband als übergeordneter Verband.
1907 wurde im Rahmen dieses Verbandes das erste Bundesschießen durchgeführt. Veranstalter war die Edinger Schützengesellschaft „Tell". Dieser Erfolg brachte dem Verein wiederum viele neue Anhänger und Mitglieder. Durch große sportliche Erfolge in den nächsten Jahren gelang es, die Mitgliederzahl weiter zu erhöhen und die Skepsis der Bevölkerung immer mehr abzubauen. Bald war Edingen stolz auf seinen jungen und so erfolgreichen Schützenverein, dessen Mannschaft Franz Spieler, Titus Hochlenert, Wilhelm Heinrich und Georg Koch in ganz Baden als fast unschlagbar galt.
Beim Badischen Bundesschießen von 1908-1912 wurde in ununterbrochener Reihenfolge der Gruppensieg nach Edingen geholt.
Edingen entwickelte sich in diesen Jahren zu einer Hochburg der Schützen. Im näheren und weiteren Umkreis hießen die Edinger „Teil"-Schützen nur noch „die Edinger Räuber", denn sie nahmen von fast jedem Schießen eine Menge Geld- und Sachpreise mit nach Hause.
Ein jähes Ende dieses blühenden und glücklichen Vereinslebens bereitete der 1. Weltkrieg.
Erst im Jahre 1919 konnte der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden. Neues Vereinslokal wurde die hiesige Aktien-Brauerei. Auch jetzt mußte man wieder von vorne beginnen. Der Wiederaufbau des Vereins ging anfangs nur langsam vonstatten.
Aber man gab nicht auf und bald wurde man dafür belohnt. Die ersten Erfolge und Siege stellten sich ein.
1927 wurde der Badische Zimmerstutzenverband in Gaue aufgeteilt. Edingen wurde dem Gau Heidelberg zugeordnet. Zum Gauvorsitzenden wurde der Edinger „Teil"-Schütze Eugen Reinle ernannt, der in diesem Amt hervorragende Arbeit leistete.
Bald konnten die Edinger Schützen auch wieder an ihre Vorkriegs-Erfolge anknüpfen und man konnte fast sagen, daß die Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg vergessen war, als die Männer erneut zu den Fahnen gerufen wurden. Die Welt stand zum zweiten Male in Flammen. Der zweite Weltkrieg von 1939-1945 zerstörte wieder alles, was in mühevoller Arbeit aufgebaut worden war. Zwar hatte man das Vereinsleben mit viel Mühe bis zum Jahre 1944 aufrechterhalten, doch dann mußte es endgültig eingestellt werden.
Erst im Februar 1951 konnte der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden. Diesmal hatte man das Gasthaus „Zum Hirsch" als Vereinslokal gewählt.
1952 wurde der 50. Geburtstag der SG „Teil" im „Friedrichshof" gefeiert. Hierbei fand die erste öffentliche Schießveranstaltung nach dem Kriege statt.
In den folgenden Jahren gelang es den Schützen die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, daß der Schießsport ein schöner Volkssport ist und äußerste Beherrschung des Körpers und Anspannung von Geist und Nerven verlangt. Die behelfsmäßige Schießanlage im „Friedrichshof" war bald nicht mehr ausreichend, so daß man sich wiederum nach einer neuen Lokalität umsehen mußte.
Die Gelegenheit ergab sich dann 1958 im Gasthaus „Zum grünen Baum".
Im Keller entstand nach mühevoller Arbeit der Mitglieder eine neue, modernere Schießanlage. Nun konnte endlich auch an eine Breitenarbeit gedacht werden.
Die Ortsmeisterschaft im Luftqewehrschießen für die Edinger Bevölkerung wurde 1959 ins Leben gerufen und erfreut sich noch heute großer Beliebtheit.
Viele neue Mitglieder konnten durch diese Veranstaltung gewonnen werden.
Der 60. Geburtstag wurde 1962 mit einem großen Festbankett in der Turnhalle gefeiert.
Durch die stete Aufwärtsentwicklung des Vereins, vor allem in der Jugendabteilung, mußte man sich aber bald wieder Gedanken über ein neues Domizil machen, da die Anlage im „Grünen Baum" nicht mehr ausreichend war. Vor allem der Jugendarbeit konnte man sich nicht in gewünschtem Maße widmen.
Eine Gelegenheit ergab sich, als in Edingen ein neues Schulhaus gebaut und fertiggestellt wurde.
Oberschützenmeister Richard Jakob ergriff sofort die Initiative und nahm Verhandlungen mit der Gemeindeverwaltung um Überlassung des Hintergebäudes der alten Volksschule des sogenannten „Russenhäusl" auf. Die Gemeinde Edingen hat mit dem Verein die pachtweise Überlassung des Schulhintergebäudes vertraglich geregelt und nach Genehmigung der Baupläne konnte sofort mit der Planung und Finanzierung begonnen werden.
Im Juli 1965 war es dann soweit, daß mit der Arbeit zum Umbau begonnen werden konnte. Viele fleißige Hände von Vereinsmitgliedern waren erforderlich, um in freiwilliger Arbeit das alte „Russenhäusl" in ein schmuckes Schützenheim zu verwandeln. Harte und schwere Arbeit mußte verrichtet werden, denn hier sollte nicht nur für einige Jahre, sondern für Generationen ein Heim entstehen.
Der schönste und größte Erfolg in der Geschichte der SG „Teil" war die Einweihung der eigenen Sportstätte. Dieses Gemeinschaftswerk erfuhr aus den Reihen der Mitglieder tatkräftige Hilfe durch persönlichen Einsatz. In der Zeit vom 26. Juli 1965 bis 15. Oktober 1966, dem Tag der Einweihung, wurden insgesamt 5500 Stunden durch freiwillige Arbeiten getätigt.
Alle Beteiligten verdienen hierfür Lob und Anerkennung.
Aber auch in sportlicher Hinsicht ließen die Erfolge nicht lange auf sich warten und vermehrte Trainingsarbeit der aktiven Schützen zahlte sich aus.
Die „gute alte Zeit" der „Tell"-Schützen war wieder angebrochen. Kreis-, Bezirks- und Landesmeistertitel wurden nach Edingen geholt.
Den größten Erfolg konnte die Altersmannschaft, E. Gauß, Kh. Kautz und M. Laforsch, mit einem vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Jahre 1971 in Wiesbaden erringen.

Gratulation durch OSM. Richard Jakob zum 4. Platz der AH-Mannschaft, E. Gauß, Kh. Kautz und M. Laforsch, bei den Deutschen Meisterschaften 1971; ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.
Gleichzeitig ist es in jahrelanger Aufbauarbeit gelungen die Jugendabteilung zu fördern, die schießsportlich schon heute tonangebend in unserem Kreise ist und kameradschaftlich eine verschworene Gemeinschaft bildet, auf die wir bauen können.
Somit sehen wir heute mit Stolz auf eine 75-jährige Vereinsgeschichte der Schützengesellschaft „Tell", in Festfreude, zurück.
Heinrich Kraus
Schriftführer
Das
in 1977 angestandene 75-jährige Vereinsjubiläum wurde eindrucksvoll begangen:
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im Vorfeld ein Pokal- und Talerschießen, an dem von
59 Luftgewehr- und 33 Luftpistolenmannschaften aus
32
Vereinen um 17 Pokale und 330 Jubiläumstaler geschossen wurde
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zur Festeröffnung der Empfang der Schützenkompanie aus Reith und anschließend
ein Schießen auf die Prominenten-
scheibe, an dem sich 40
Prominente aus Sport, Politik und Wirtschaft beteiligten
-
das Festbankett mit Fahnenweihe
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die Totenehrung
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ein Festzug mit 40 Gruppen, 6 Kapellen und 5 Fanfarenzügen;
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4 Abende mit musikalischer Unterhaltung im 2500-Personen-
Festzelt
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zum Abschluss ein Kindertag mit einem Heißluftballon-Start
Alles
in allen ein wunderschönes Fest.
Dann
war das Fest vorbei und der Vereinsalltag kehrte wieder ein.
Neue
sportliche Höhepunkte in der Vereinsgeschichte bescherte uns unser Senior Emil
Gauß, der mit dem Luftgewehr bei den Deutschen Meisterschaften
-
1980 Fünfter
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1983 Deutscher Meister
-
1986 Vierter
wurde.
1987
konnte man das 25-jährige Jubiläum der Damenabteilung feiern, die unter der
Leitung von Damenleiter Uwe Schimanke
(1982-89)
sich beachtlich vergrößert hatte.
18
Damen beteiligten sich am ausgeschriebenen Damenjubiläumsschießen, dass im
Rahmen der Abteilungs- Jubiläumsfeier statt fand.
Inzwischen
war die Jugendabteilung unter der Leitung von Jugendleiter Hans-Jürgen Weckauf
(besser bekannt als Männel) (1987-95) sehr leistungsstark geworden, was uns
u.a. ermöglichte beim DSB-Pokal-Schießen mitzumachen (1989-1995) und den
Kreisschützenmeisterpokal, der mit einer gemischten Vereins-Mannschaft
(bestehend aus 2 Jugendlichen, 2 Erwachsenen und 2 Altersschützen) bestritten
wird, 11 Jahre nacheinander zu gewinnen; dies zur ganz besonderen Freude vom 1.
Schießleiter Uwe Schimanke
Es
folgten neue sportliche Höhepunkte:
1990 wurde Tina Walter mit dem
Luftgewehr Deutsche Vizemeisterin;
1991
leisteten Edinger TELL-Schützen Arbeitseinsätze bei der Fertigstellung des
KK-Schießstandes in Seckenheim (ca.300 Std.), um der Jugend die Möglichkeit zu
geben, mit dem KK-Gewehr schießen zu können.
Die
sportlichen Erfolge häuften sich nun regelrecht.
1991
belegte Sabrina Tuscher im Dreistellungskampf mit dem Luftgewehr Platz 4 bei der
Deutschen Meisterschaft;
1992
wurde die Juniorenmannschaft mit Sabrina Tuscher, Melanie Neininger und Tina
Walter mit dem Luftgewehr 3. Deutscher Mannschaftsmeister,
1993
konnte die Juniorenmannschaft mit Andreas Abzieher, Tina Walter und Michael
Sturm im Dreistellungskampf mit dem Luftgewehr Platz 4. bei der Deutschen
Meisterschaft (ringgleich mit Platz 3) belegen.
In
dieser Zeit waren in den Badischen Landesverbands-Mannschaften (Luftgewehr,
Kleinkaliber, Armbrust 10m) immer Edinger Tell-Schützen vertreten (SabrinaTuscher,
Tina Walter, Thomas Bauer, Markus Purkart, Uwe Schimanke).
Sabrina
Tuscher und Tina Walter nahmen sogar am Sichtungsschießen für die
Europameisterschaftsausscheidung mit dem Luftgewehr teil.
Aber
nicht nur an Schießwettbewerben aktiv waren unsere Tell-Mitglieder beteiligt.
Der Mitarbeit, nicht nur im Verein, sondern auch im Kreis Heidelberg, im
Landesverband und im Deutschen Schützenbund stellten sie sich:
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Michael Laforsch als Trainer im Landesleistungszentrum Pforzheim
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Karl Kuhn als Landesrundenkampfleiter und Kreissportleiter,
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Emil Gauß als Kreisschützenmeister
(heute Ehrenkreisschützenmeister)
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Uwe Schimanke als Kreisschriftführer und Kreisdamenleiter,
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Karl Kuhn und Uwe Schimanke als Auswerter bei Kreis-Landes-und Deutschen
Meisterschaften, World Cups und Weltmeisterschaften
-
Doris Schimanke als Mitarbeiterin bei Kreis- und Landesmeisterschaften, sowie
beim World Cup.
1999
konnte die SG Tell einen neuen sportlichen Erfolg feiern; den 3.Platz bei der
Deutschen Meisterschaft im Zimmerstutzen von Manuela Ding.
2000
gab es eine sehr schöne Besonderheit: unsere Schützin Manuela Ding war
gleichzeitig Vereins-, Kreis- und Landeskönigin.
Man
darf feststellen, dass der Verein sich sehr positiv fortentwickelt hat und auf
Erfolge in jeder Richtung zurückschauen darf.
Für
die Bevölkerung wurden die jährlichen Ortsmeisterschaften weiterhin durchgeführt
und auch gut angenommen.
Wunsch
des Vereins für die nahe Zukunft bleibt die Umgestaltung des Schützenhauses am
Messplatz, um der gerade wieder aufblühenden Jugendabteilung mehr Möglichkeiten
zu Freizeitgestaltung anbieten zu können.
Uwe Schimanke
1.Schießleiter